Hütearbeit


Die Hütearbeit steht in erster Linie für einen respektvollen Umgang mit dem Tier, egal ob Hund oder Schaf

 

Die Schäferei ist ein wertvolles Kulturgut. Hirte ist einer der ältesten Berufe der Menschengeschichte. Eine Jahrhunderte alte Tradition, die aber immer noch brandaktuell ist. Schafbeweidung hält die Landschaft offen, erhält Lebensraum für bedrohte Tier- und Pflanzenarten, schützt vor Hochwasser durch Deichsicherung, pflegt Solarparks. Dazu liefern Schafe und Lämmer Fleisch welches man noch guten Gewissens essen kann.

Den Tieren ging es zeitlebens gut, sie sind draußen in einem natürlichen Lebensumfeld herangewachsen und haben kein Futter von anderweitig nutzbaren Flächen verbraucht.

 

Dazu gibt das Schaf mit seiner Wolle eine nachwachsende Ressource, die vielseitig einsetzbar ist, von Bekleidung bis zur Innenverkleidung bei Flugzeugen, da nicht entflammbar und niemals Sondermüll.


Unser Interesse als Hobbyhüter, gilt den Respekt diesem ehrenhaften Beruf zu zollen und vielleicht ein Stückchen mitzuhelfen ihn nicht aussterben zu lassen.

Die Hütearbeit spiegelt sehr schön die Mensch-Hund-Beziehung wieder, und verlangt von beiden Parteien, Respekt, Vertrauen und einen absoluten Grundgehorsam des Hundes. 

 

In den ersten Lebensmonaten eines Junghundes sollte der Hund nichts anders tun als einfach ruhig mit dabei zu sein wenn andere Hunde arbeiten.

 

 

- Er soll lernen das Schafe nicht gejagt werden !

Parallel dazu wird der Grundgehorsam trainiert, wenn dieser zu 110% sitzt, geht es an das Furche laufen.  Dabei traben die Hunde entlang einer Weidegrenze auf und ab,

 

sodass die Schafherde auf der gewünschten Weide frisst.  Wenn der Hirte weiterziehen möchte, ruft er eines der Leitschafe der Herde zu sich und zieht weiter, während die Hunde weiter Weidegrenzen oder Übergänge sichern sollen.

Durch das Furche laufen lernt der Junghund eine gesunde Distanz zu der Herde zu haben, denn zu viel Präsenz / Druck lässt die Schafe ausbrechen.

Wenn der Hund dies alles erlernt hat geht es an das gemeinsame ziehen mit den Schafen.

Ein gut ausgebildeter Hund wird mit solch einem Aufbau niemals ein Schaf reißen, ernsthaft verletzen oder die Herde „sprengen“ .

 

Schafe sind keine Spielzeug und keine Sportgeräte für auslastungssuchende Hundehalter.

Ganz klar muss hier auch auf den Tierschutz hingewiesen werden, die Schafe werden auf manchen Hüteseminaren regelrecht Opfer von blutigen Anfängern. Gerd Leder sagte einmal, dass sich kaum einer dieser Hundebesitzer darum schert, wenn sie einen unerfahrenen Hund nach dem anderen auf eine Handvoll verängstigter Schafe hetzen, die nie die Chancen haben etwas richtig zu machen, da der Hund dieser Aufgabe noch nicht gewachsen ist. Nicht selten sieht man dann Hütehunde ins Jagdverhalten kippen. Leidtragen sind hier die Schafe welche mit Panik in den Augen hin & her gehetzt werden. Seinen Hund auf Kosten eines anderen Lebewesen auszulasten ist Tierschutzrelevant !  Es gibt einige seriöse Anbieter von Hüteseminaren, die grossen Wert auf die Gesundheit Ihrer Schafe legen. Trotzdem ist diese Art der Beschäftigung kritisch zu betrachten.

 

Abgesehen davon, sollte sich jeder Hundebesitzer selbst die Frage stellen;
ist es wirklich sinnvoll, in seinem Hütehund etwas zu „wecken“ was man nicht dauerhaft bedienen kann ?  Unter Umständen generiert man sich dadurch selbst ein Problemverhalten.


Hierzu ein schöner Auszug eines Artikels von Norman Mrozinski, zum Thema Hüte Tourismus:“.

Kein Besitzer eines Dackels käme auf die Idee, seinen Hund zur Beschäftigung mal in einen Fuchsbau zu schicken, nur weil es zum ursprünglichen Aufgabengebiet des Hundes gehört.

Leider finden sich zudem viele unseriöse Anbieter solcher Seminare. Hier sollte man immer einen Blick auf die Schafe werfen und wie sie sich verhalten.

Sind sie extrem scheu und machen einen gestressten Eindruck, würde ich immer empfehlen, sich samt Hund ins Auto zu setzen und nach Hause zu fahren.

 

Den ganzen Artikel kann man nachlesen unter folgendem Link:

http://nomro.de/arbeitstiere-sportgeraete-auf-vier-beinen-oder-einfach-huetehunde-2/